Philosophie und Kinderphilosophie

Was ist Philosophie?

"Philosophie" stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet "Liebe zur Weisheit".

Weisheit ist mehr als Wissen. Bei der Philosophie geht es nicht darum, Wissen zu besitzen, sondern einen Überblick zu erlangen. Das geschieht beim Philosophieren. Philosophieren ist eine Tätigkeit.

Warum Kinderphilosophie? Können Kinder philosophieren?

Karl Jaspers sagte: "Kinder besitzen oft eine Genialität, die im Erwachsenwerden verlorengeht."

Kinder begeistern sich für Fragen, die Erwachsene manchmal überfordern, für existentielle Fragen, die mit den Grundlagen unserer Existenz zu tun haben.

Ihre Fragen "Was ist eigentlich Zeit?" oder "Was passiert mit mir, wenn ich tot bin?" sind philosophische Fragen.

Es gilt, das natürliche Bedürfnis der Kinder, Fragen zu stellen, zu kultivieren. Ihr vorurteilsloses Denken gilt es zu erhalten und zu fördern. Gelegentlich können Gedanken der großen Philosophen als Ausgangspunkt der Diskussion dienen, um die eigene Nachdenklichkeit, Erkenntnisfähigkeit und Kritikfähigkeit der Kinder anzuregen. Dadurch werden nicht nur die Selbstkompetenz und die Sozialkompetenz der Kinder gefördert, sondern auch ihre Handlungskompetenz erweitert. Die Fähigkeit rational zu denken ist sinnlos, wenn das verantwortungsvolle Tun ausbleibt.

Das Philosophieren in der Gruppe ermöglicht den Kindern zusammen mit anderen über ein philosophisches Thema nachzudenken, ihre eigene Meinung zu äußern und zu begründen, ebenso die Meinung der anderen zu hören, um sie mit der eigenen zu vergleichen. Dieses gemeinsame Philosophieren in der Gruppe ermöglicht mehrperspektivisch zu denken. Durch mehrperspektivisches Denken und das daraus entstehende verantwortungsbewusste Handeln wird ein besseres Zusammenleben der Menschen erreicht. Es ist gelebte Freiheit.